Wednesday, 11. February 2009, 12:20Uhr
Noch bevor ich am 9. Februar früh morgens um sechs Uhr aufwache und die Berlinale auch für mich beginnt, träume ich von meinem ersten Festivalfilm. Mitte Ende August – dieser Titel und die damit verbundene Jahreszeit mit ihrem ganz eigenen Lebensgefühl gehen mir nicht aus dem Kopf. Ich gespannt was dieser Film zu bieten hat, was er ist, was er sagen will. Im Traum ist es bereits Hochsommer. Ich bin im Urlaub, irgendwo… ich schwimme, genieße den Sonnenschein, die langen Abende mit Freunden. Ich spüre es deutlich, dieses besondere Leben wie man es nur im Sommer führen kann.
Ich wache auf.
Später in der Kartenschlange vor dem Berlinale-Center erzähle ich vom meinem Traum und freue mich sehr auf den Film.
Dann sitze ich im Kino und denke vielleicht ist Sebastians Schippers dritter Film ein wenig so wie in meiner Fantasie.
Aber nein, das ist er nicht, wirklich nicht. Auch wenn er es versucht mir weiß zu machen mit allen Mitteln. Er probiert es mit diesen wahnsinnig leidenschaftlichen Gefühlen, den verletzenden Streitereien, den intensiven Auf und Ab’s der Liebesbeziehung zwischen Hanna und Tommy. Doch es kommt nicht an. Leider nicht. Auch wenn Mitte Ende August überladen ist mit diesen besonderen emotionalen Momenten wie man sie nur so intensiv im Sommer leben kann. Wenn Tommy sich nach dem Sex auf der Wiese hinter dem Haus mit Hannas erwachsen gewordener Patentochter Augustine schnell anzieht, verwirrt zurück ins Haus läuft, sich maßlos betrinkt, man in den Close-Ups auf sein Gesicht deutlich den Schmerz und die Reue seiner Handlung erkennt und er dann auch noch zum See rennt, sich ins Wasser stürzt und beginnt zu weinen, nein, dann kommt es nicht an dieses Gefühl, ich kann es nicht spüren.
Oder nachdem Hanna zu ihrem Geburtstag vollkommen ausflippt, weil Tommy sie nach allem als seine Frau bezeichnet, sie sich ein teures Kleid anzieht und zusammen mit Friedrich, dem Bruder ihres Freundes, wegläuft, allem entfliehen will, nein auch dann kommt es nicht an. Ich kann diese Gefühle nachvollziehen, aber wirklich intensiv und echt kann ich sie nicht spüren. Denn Mitte Ende August gelingt einfach leider nicht mich mitzureißen, mein Herz zu öffnen. Vielmehr ist eine leichte, nicht besonders anspruchsvolle Unterhaltung, die wohl eher an das Ende eines heißen Sommertages passt als in die Reihe der Filme, die einen auf der Stelle, immer und überall ergreifen.
Aber wieso ist das so?
Es liegt wohl weniger an der Frei-nach-Johann-Wolfgang-von-Goethe-Geschichte oder dem Schauplatz als an der Art der Inszenierung sowie der schlechten Leistung der Schauspieler. Also ist so vorhersehbar und gewollt. Bereits in der Szene, in der Tommy ohne Nachzudenken eine tragende Mauer des neu gekauften renovierungsbedürftigen Hauses einreißt, ist es eindeutig, dass er und Hanna sich immer mehr von einander entfernen werden und Augustine sowie Friedrich nur das Mittel zum Zweck sind um den anderen zu verletzten.
Die motivationslos eingesetzte Handkamera, die unpassende Musik scheinen so initiiert, so übertrieben.
Und leider bildet der Regisseur in der nach dem Film folgenden Diskussion keine Ausnahme zu diesem nichtssagenden Szenario. Und ein weiteres leider folgt: er hat viel zu sagen, viel Nichts. Bis auf einen Satz, der mir noch deutlich in Erinnerung ist: Wer diesen Film nicht fühlt, ihn intensiv spürt, der hat Angst vor seinen Gefühlen.
Nein, Herr Schipper, so ist das wirklich nicht. Ich habe keine Angst, aber ich denke sie hatten welche, sogar sehr große. Denn warum sonst sagen Sie so etwas über einen Film, der selbst am Ende nicht mehr zu sagen hat als „Hallo“.
Ich antworte „Auf nimmer Wiedersehen“.
Ich wache auf.
Später in der Kartenschlange vor dem Berlinale-Center erzähle ich vom meinem Traum und freue mich sehr auf den Film.
Dann sitze ich im Kino und denke vielleicht ist Sebastians Schippers dritter Film ein wenig so wie in meiner Fantasie.
Aber nein, das ist er nicht, wirklich nicht. Auch wenn er es versucht mir weiß zu machen mit allen Mitteln. Er probiert es mit diesen wahnsinnig leidenschaftlichen Gefühlen, den verletzenden Streitereien, den intensiven Auf und Ab’s der Liebesbeziehung zwischen Hanna und Tommy. Doch es kommt nicht an. Leider nicht. Auch wenn Mitte Ende August überladen ist mit diesen besonderen emotionalen Momenten wie man sie nur so intensiv im Sommer leben kann. Wenn Tommy sich nach dem Sex auf der Wiese hinter dem Haus mit Hannas erwachsen gewordener Patentochter Augustine schnell anzieht, verwirrt zurück ins Haus läuft, sich maßlos betrinkt, man in den Close-Ups auf sein Gesicht deutlich den Schmerz und die Reue seiner Handlung erkennt und er dann auch noch zum See rennt, sich ins Wasser stürzt und beginnt zu weinen, nein, dann kommt es nicht an dieses Gefühl, ich kann es nicht spüren.
Oder nachdem Hanna zu ihrem Geburtstag vollkommen ausflippt, weil Tommy sie nach allem als seine Frau bezeichnet, sie sich ein teures Kleid anzieht und zusammen mit Friedrich, dem Bruder ihres Freundes, wegläuft, allem entfliehen will, nein auch dann kommt es nicht an. Ich kann diese Gefühle nachvollziehen, aber wirklich intensiv und echt kann ich sie nicht spüren. Denn Mitte Ende August gelingt einfach leider nicht mich mitzureißen, mein Herz zu öffnen. Vielmehr ist eine leichte, nicht besonders anspruchsvolle Unterhaltung, die wohl eher an das Ende eines heißen Sommertages passt als in die Reihe der Filme, die einen auf der Stelle, immer und überall ergreifen.
Aber wieso ist das so?
Es liegt wohl weniger an der Frei-nach-Johann-Wolfgang-von-Goethe-Geschichte oder dem Schauplatz als an der Art der Inszenierung sowie der schlechten Leistung der Schauspieler. Also ist so vorhersehbar und gewollt. Bereits in der Szene, in der Tommy ohne Nachzudenken eine tragende Mauer des neu gekauften renovierungsbedürftigen Hauses einreißt, ist es eindeutig, dass er und Hanna sich immer mehr von einander entfernen werden und Augustine sowie Friedrich nur das Mittel zum Zweck sind um den anderen zu verletzten.
Die motivationslos eingesetzte Handkamera, die unpassende Musik scheinen so initiiert, so übertrieben.
Und leider bildet der Regisseur in der nach dem Film folgenden Diskussion keine Ausnahme zu diesem nichtssagenden Szenario. Und ein weiteres leider folgt: er hat viel zu sagen, viel Nichts. Bis auf einen Satz, der mir noch deutlich in Erinnerung ist: Wer diesen Film nicht fühlt, ihn intensiv spürt, der hat Angst vor seinen Gefühlen.
Nein, Herr Schipper, so ist das wirklich nicht. Ich habe keine Angst, aber ich denke sie hatten welche, sogar sehr große. Denn warum sonst sagen Sie so etwas über einen Film, der selbst am Ende nicht mehr zu sagen hat als „Hallo“.
Ich antworte „Auf nimmer Wiedersehen“.
