Sunday, 10. February 2008, 22:48Uhr
Alisa wächst in einem kleinen russischen Küstendorf auf. Dort lebt sie in einer bescheidenen Hütte zusammen mit ihrer mannstollen Mutter und der Oma, die für ihr Leben gern Eis isst und aussieht, als wäre sie mindestens 200 Jahre alt. Das kleine Mädchen träumt davon, Ballerina zu werden und von der Rückkehr ihres Vaters. Doch beides wird immer ein Traum bleiben. Ihre Eltern hatten sich nur ein einziges Mal getroffen, was zu einem leidenschaftlichen Liebesspiel in der Meeresbrandung und damit zu Alisa führte.
Bald zeigt sich, dass Alisa kein gewöhnliches Mädchen ist. Sie kann nämlich den Wind und die Wellen herbeirufen, wenn sie nur kräftig genug pustet. Als sie eines Nachts die Mutter mit einem anderen Seemann im Bett erwischt, zündet sie aus Wut darüber die kleine Hütte an und entscheidet sich bei einer Sonnenfinsternis, die nur sie allein mitbekommt, ab jetzt für immer stumm zu bleiben. Daraufhin wird die Sechsjährige für verhaltensgestört erklärt und muss eine Sonderschule besuchen, wo sie von einem Jungen mit Downsyndrom lernt, wie man Wünsche erfüllt. Mit siebzehn sehnt sie sich danach, das kleine Dorf verlassen zu können und löst damit einen mächtigen Orkan aus, der Tod und Zerstörung über den Küstenort und seine Bewohner bringt. Da auch die kleine Hütte in Trümmern liegt, macht sich die Familie auf, in der großen Stadt ihr Glück zu suchen. Mit Omas Gold aus dem Einweckglas finanzieren sie sich eine schäbige Wohnung in einem der unzähligen Plattenbauviertel von Moskau.
Die russische Hauptstadt, eine Betonwüste in schimmeligem Graublau und dreckigem Grün. An jeder Ecke Werbeplakate, deren Slogans in immer gleicher Manier das alte Märchen vom persönlichen Glück und dem Glitzerfolienschlaraffenland der Konsumtempel zum Besten geben. Alisa hält sich mit schlecht bezahlten Gelegenheitsjobs über Wasser – fröhlich und bunt ist die Welt nur in ihren Träumen. Das Mädchen würde gern studieren, schafft aber den Einstellungstest nicht. Doch wie durch ein Wunder erhält sie den begehrten Studienplatz, als ein Anwärter unversehens bei einem Verkehrsunfall tödlich verunglückt und sie findet auch bald eine Arbeit, die ihr gefällt. Durch die Augen eines Plüschhandys sieht die Stadt gar nicht mehr so trostlos aus. Als sie dann auch noch Sascha kennen lernt, kommt in ihrem Verliebtsein auch ihre Sprache zurück und das Glück scheint perfekt – zumindest in ihrer Welt.
Was kümmert es den Menschen, den man liebt, dass man ihn liebt? Der windige Geschäftsmann, der jedes Mal im Alkoholrausch versucht Selbstmord zu begehen, hat kein Verständnis für die Schwärmereien des jungen Mädchens. Eine magische Zigarette löst scheinbar auch dieses Problem, zumindest bis Alisa ihn mit einer anderen Frau im Bett erwischt. In ihrem Liebeskummer versucht das Mädchen, es ihm gleich zu tun. Sie kauft Wodka, Kondome und zwei Lollys. »Wofür sind die Lollys?« »Für den Genuss.«
Aber die Liebe zu Sascha ist doch stärker als Trauer und Wut und eine böse Vorahnung veranlasst Alisa zu einem letzten Wunsch. Und wenn er nicht gestorben ist, dann lebt Sascha auch heute noch ein glückliches und zufriedenes Leben. Und Alisa? Na, im Märchen wird doch am Ende immer alles gut – oder doch nicht?
Anna Melikian: Rusalka (Russland 2007)
Bald zeigt sich, dass Alisa kein gewöhnliches Mädchen ist. Sie kann nämlich den Wind und die Wellen herbeirufen, wenn sie nur kräftig genug pustet. Als sie eines Nachts die Mutter mit einem anderen Seemann im Bett erwischt, zündet sie aus Wut darüber die kleine Hütte an und entscheidet sich bei einer Sonnenfinsternis, die nur sie allein mitbekommt, ab jetzt für immer stumm zu bleiben. Daraufhin wird die Sechsjährige für verhaltensgestört erklärt und muss eine Sonderschule besuchen, wo sie von einem Jungen mit Downsyndrom lernt, wie man Wünsche erfüllt. Mit siebzehn sehnt sie sich danach, das kleine Dorf verlassen zu können und löst damit einen mächtigen Orkan aus, der Tod und Zerstörung über den Küstenort und seine Bewohner bringt. Da auch die kleine Hütte in Trümmern liegt, macht sich die Familie auf, in der großen Stadt ihr Glück zu suchen. Mit Omas Gold aus dem Einweckglas finanzieren sie sich eine schäbige Wohnung in einem der unzähligen Plattenbauviertel von Moskau.
Die russische Hauptstadt, eine Betonwüste in schimmeligem Graublau und dreckigem Grün. An jeder Ecke Werbeplakate, deren Slogans in immer gleicher Manier das alte Märchen vom persönlichen Glück und dem Glitzerfolienschlaraffenland der Konsumtempel zum Besten geben. Alisa hält sich mit schlecht bezahlten Gelegenheitsjobs über Wasser – fröhlich und bunt ist die Welt nur in ihren Träumen. Das Mädchen würde gern studieren, schafft aber den Einstellungstest nicht. Doch wie durch ein Wunder erhält sie den begehrten Studienplatz, als ein Anwärter unversehens bei einem Verkehrsunfall tödlich verunglückt und sie findet auch bald eine Arbeit, die ihr gefällt. Durch die Augen eines Plüschhandys sieht die Stadt gar nicht mehr so trostlos aus. Als sie dann auch noch Sascha kennen lernt, kommt in ihrem Verliebtsein auch ihre Sprache zurück und das Glück scheint perfekt – zumindest in ihrer Welt.
Was kümmert es den Menschen, den man liebt, dass man ihn liebt? Der windige Geschäftsmann, der jedes Mal im Alkoholrausch versucht Selbstmord zu begehen, hat kein Verständnis für die Schwärmereien des jungen Mädchens. Eine magische Zigarette löst scheinbar auch dieses Problem, zumindest bis Alisa ihn mit einer anderen Frau im Bett erwischt. In ihrem Liebeskummer versucht das Mädchen, es ihm gleich zu tun. Sie kauft Wodka, Kondome und zwei Lollys. »Wofür sind die Lollys?« »Für den Genuss.«
Aber die Liebe zu Sascha ist doch stärker als Trauer und Wut und eine böse Vorahnung veranlasst Alisa zu einem letzten Wunsch. Und wenn er nicht gestorben ist, dann lebt Sascha auch heute noch ein glückliches und zufriedenes Leben. Und Alisa? Na, im Märchen wird doch am Ende immer alles gut – oder doch nicht?
Anna Melikian: Rusalka (Russland 2007)
