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»martin gypkens«

Filme sind wirklich manchmal nichts als Gespenster. In diesem Fall trifft das mehr als alles andere zu. Schaffen es gute Filme, Bilder für lange Zeit im Gedächtnis zu speichern - im Filmgedächtnis und meinem eigenen - so wird "Nichts als Gespenster" als Gespenst im Spukschloß der Filmgruseligkeiten landen. Schlimmer noch als Stoff zur Aufregung oder zur Diskussion zu geben, saugt "Nichts als Gespenster" durch seine Bestätigung vorhandener Klischees das Leben aus mir, lässt mich niedergeschlagen aus dem Kino gehen und denken: 120 Minuten Chance auf irgendeiner Ebene zu verändern, sei es ästhetisch oder erzählerisch, aber nichts tut dieser Film, nichts als ein Gespenst zu sein. 5 Episoden, deren Hauptpersonen Probleme haben; mit sich selbst, mit dem
Zufriedensein, mit dem Leben, mit der Liebe. 5 Episoden eingebettet in klischeehafte Darstellungen der Länder, in denen sie spielen. In Deutschland ist alles kalt und grau, lieblos. Hier wird betrogen und belogen. In Island wird subtil geliebt, es werden mystische Geschichten zum Besten gegeben, in Wollpullis und Holzvertäfelung, aber letztendlich ebenfalls betrogen. In den USA muss man oberflächliche und abergläubische Amerikaner ertragen, ganz so wie man es sich vorstellt. In Venedig laufen notgeile Italiener herum. Und in Afrika sucht die weiße Frau das Abenteuer mit dem schwarzen Mann. Das ist nicht nur platt, das ist eine Beleidigung. Wenn es einen Film gibt, den die Welt nicht braucht, dann ist es "Nichts als Gespenster".