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»maren ade«

Wenn es ein Gefühl gibt, das mehr es selbst ist und weniger wie alle anderen, dann ist es Liebe.
Wenn es eine Frau gibt, die mehr sie selbst ist und weniger wie alle anderen, dann ist es Gitti. Wenn es einen Film gibt, der mehr er selbst ist und weniger wie alle anderen, dann ist es Alle Anderen.
Und doch stellen alle drei ihr Selbst zurück für alle anderen.

Wenn Gitti zu Chris sagt: „Ich wär manchmal gern so anders für dich.“, dann möchte am liebsten aus dem Kinosessel aufstehen, in den Film eingreifen, ihr Gesicht zwischen meine beiden Hände nehmen und sagen: „Nein, du bist ganz großartig und besonders so wie du bist!“.
Wenn Chris zu Gitti sagt: „Du bist so peinlich.“, dann will ich ihn anschreien: „Begreifst du nicht was für eine Frau du vor dir hast. Lieb sie um ihrer selbst willen und zwing sie nicht so zu sein wie alle anderen!“

Nach dem Film fühle ich mich wie in einer eigens durchlebten Liebesbeziehung, die nach einem heftigen Streit in einem Schwebezustand zwischen Weiterführen und Beenden steht. Das Schauspiel, die Gesichter, die Worte, aber vor allem die Gefühle sind so intensiv, gehen von der ersten Einstellung an unter die Haut und greifen tief, packen zu, lassen nicht mehr los.
Chris nimmt beim Wandern keine Rücksicht auf Gitti. Ich spüre ihren Zorn.
Sie sagt: „Ich will dich nicht verlieren.“ Ihre Angst ist meine.
Er antwortet: „Was soll ich sagen? Wie soll ich antworten? Etwa ich liebe dich? Oder ich werde dich nie verlassen?“ Verdammt, wie kannst du das aussprechen, Chris…ihr Schmerz tut so weh.

Chris, willst du eine Liebesbeziehung wie Hans und Sana? Ein kleines Frauchen, das bei allen was du sagst lacht und sich alles gefallen lässt? Die du schwängern kannst damit sie nicht erfolgreicher ist als du?
Oder willst du eine Frau, die anders ist als alle anderen? Eine Frau, die für dich aus dem Fenster springt, nur um dir zu zeigen wie viel du ihr wert bist? Willst du Gitti?
Dann hör sofort auf damit!
Steh auf, nimm ihre Hand und sag: „Nein, du wirst mich nicht verlieren.“
Und mein es auch so.
Denn ihr habt die wahrhaftigste Liebesbeziehung, die der Friedrichstadtpalast je gesehen hat.
Romeo und Julia, Scarlett und Rhett, Jack und Rose sind nicht viel dagegen.
Denn ihr seid echt und weniger so als alle anderen.

Und dafür möchte ich sagen: Vielen Dank!