Tuesday, 12. February 2008, 10:29Uhr
„To quote a big movie: There will be blood.” So leitete die Regisseuren Letitia Masson ihren Film „Coupable” ein. Dieser macht schon zu Beginn in einer Art philosophischem Prolog klar, dass es hier aber nicht um Gewalt sondern eigentlich um die fatale Illusion von der einzig wahren Liebe geht. „Warum können wir beide kein glückliches Leben haben?“ fragt Lucien seine Frau Dolores. So wie die beiden hängen alle Figuren des Films dem Glauben an, dass es diese eine einzige Person geben muss, die einen erst zum vollkommenen Menschen macht und mit der allein man glücklich werden kann.
Daraus ergeben sich verhängnisvolle Situationen, so wie die, in der Blanche Kaplan ihren Mann dabei beobachtet, wie er lange Blicke mit der Köchin austauscht. In der folgenden Szene bearbeiten zwei Hände ein Kaninchen mit einem großen Küchenmesser, dessen Klinge scharf glänzt. In der nächsten Einstellung findet sich diese Klinge im Rücken Klaus Kaplans wieder. Der Seesteg, die Villa mit Pool, der einsame Wald, an all diesen Schauplätzen könnten sich romantische Szenen abspielen, aber sie sind kühl und abweisend, blass und graublau, schneeweiß oder dunstig nebelverhangen.
So rechteckig wie seine Brille und so akurat wie sein Bart gestutzt ist, so genormt und kontrolliert ist auch die Vorstellung des Anwalts Lucien von der Liebe und einem glücklichen Leben. Als er seine Frau zum ersten Mal traf, wollte er Kinder mit ihr, jetzt will sie einen Urlaub auf Bali, den er sich nicht leisten kann. Er übernimmt die Verteidigung der Verdächtigen Blanche Kaplan, trifft bei seinen Untersuchungen in deren Haus auf die Köchin, die mit einem venezianischen Harlekinmantel bekleidet versucht, ihn zu umgarnen und ihm von ihrer Affäre mit Klaus Kaplan erzählt.
Der Film vertritt eine absolut unromantische und pragmatische Haltung zur Liebe indem er zeigt, wie die Figuren an ihren Illusionen scheitern. So sitzt die Köchin auf dem Grab ihres Liebhabers, mit 34 gerade bei den Eltern rausgeflogen und sagt in unaufgeregtem völlig belanglosen Tonfall: „Lucien ist wahrscheinlich die Liebe meines Lebens, aber woher weiß ich schon, ob er mich lieben kann. “Could you have loved me? fragt sie ihn später. „I could“ ist seine Antwort. Ich kann nicht, ich kann doch, was kann ich? Lange trifft Lucien keine Entscheidung, bis er ein Messerset kauft und schließlich eine Träne aus seinem Auge rinnt.
Coupable, F 2007, Letitia Masson
Daraus ergeben sich verhängnisvolle Situationen, so wie die, in der Blanche Kaplan ihren Mann dabei beobachtet, wie er lange Blicke mit der Köchin austauscht. In der folgenden Szene bearbeiten zwei Hände ein Kaninchen mit einem großen Küchenmesser, dessen Klinge scharf glänzt. In der nächsten Einstellung findet sich diese Klinge im Rücken Klaus Kaplans wieder. Der Seesteg, die Villa mit Pool, der einsame Wald, an all diesen Schauplätzen könnten sich romantische Szenen abspielen, aber sie sind kühl und abweisend, blass und graublau, schneeweiß oder dunstig nebelverhangen.
So rechteckig wie seine Brille und so akurat wie sein Bart gestutzt ist, so genormt und kontrolliert ist auch die Vorstellung des Anwalts Lucien von der Liebe und einem glücklichen Leben. Als er seine Frau zum ersten Mal traf, wollte er Kinder mit ihr, jetzt will sie einen Urlaub auf Bali, den er sich nicht leisten kann. Er übernimmt die Verteidigung der Verdächtigen Blanche Kaplan, trifft bei seinen Untersuchungen in deren Haus auf die Köchin, die mit einem venezianischen Harlekinmantel bekleidet versucht, ihn zu umgarnen und ihm von ihrer Affäre mit Klaus Kaplan erzählt.
Der Film vertritt eine absolut unromantische und pragmatische Haltung zur Liebe indem er zeigt, wie die Figuren an ihren Illusionen scheitern. So sitzt die Köchin auf dem Grab ihres Liebhabers, mit 34 gerade bei den Eltern rausgeflogen und sagt in unaufgeregtem völlig belanglosen Tonfall: „Lucien ist wahrscheinlich die Liebe meines Lebens, aber woher weiß ich schon, ob er mich lieben kann. “Could you have loved me? fragt sie ihn später. „I could“ ist seine Antwort. Ich kann nicht, ich kann doch, was kann ich? Lange trifft Lucien keine Entscheidung, bis er ein Messerset kauft und schließlich eine Träne aus seinem Auge rinnt.
Coupable, F 2007, Letitia Masson
