Monday, 9. February 2009, 17:09Uhr
So richtig elektrisierend war er nicht, der Film. Bertrand Taverniers neuer Film 'In The Electric Mist' ist sicher kein schlechter, aber so richtig vom Hocker haut er einen auch nicht. Woran genau das liegt, kann ich etwas mehr als eine Stunde nach Ende des Films noch nicht genau sagen, versuchen will ich es dennoch.
Vielleicht liegt es daran, dass man so viele Dinge bereits gesehen hat. Zum Beispiel 1995 in 'Get Shorty' – dort hieß der Bösewicht Barboni, John Goodmans alter ego anno 2009 Balboni. Bloß eine zufällige kleine Lautverschiebung? Viel präsenter weil frischer ist aber noch die Erinnerung an Tommy Lee Jones selbst; und zwar an seine Rolle in 'No Country For Old Men'. Ich sitze im Kinosessel und denke manchmal ernsthaft, dass Einstellungen mit seinem Gesicht aus dem einen Film in den anderen kopiert worden. Es sieht unglaublich ähnlich aus, der Gesichtsausdruck ist so unglaublich gleich. Nicht, dass das hier nicht auch angebracht wäre, aber es wirkt einfach ein wenig verbraucht. Zu diesem déjà-vu trägt sicher auch Kelly Macdonald bei, die im Film der Coen-Brüder ebenso wie in Electric Mist an Jones' Seite spielt. Da wäre auch noch die das Thema: Tommy Lee Jones Charakter Dave Robicheaux kommt in der Welt nicht mehr zurecht, er ist zu alt für den Wahnsinn der modernen Gesellschaft, er versteht ihre Brutalität nicht mehr, er muss dennoch in ihr überleben. Das habe ich alles doch schon mal genau so bei 'No Country For Old Men' gesehen, und zwar ziemlich gut. 2009 ist das auch nicht richtig schlecht, was mir da präsentiert wird, aber ich werde das Gefühl nicht los, dass ich das alles schon weiß. Der Film kommt einfach zu spät.
Vielleicht liegt es aber insgesamt auch daran, dass mich viele Dinge nicht überzeugen, unnötig oder unzureichend dargestellt sind. Da wäre die Brutalität, mit der die Morde hier begangen werden bzw. die Ideen, die der Mörder an seinen Opfern auslässt; aber auch die brutale Vorgehensweise Tommy Lee Jones lässt mich manchmal den Kopf schütteln und mich fragen, ob das denn an dieser Stelle wirklich nötig war. So richtig warm werde ich auch nicht mit der moralischen Instanz des Films: ein längst verstorbener Bürgerkriegsgeneral, den Tommy Lee Jones immer wieder imaginiert und der ihm dabei hilft, mit dem Bösen in der Welt fertig zu werden. Seine Bedeutung für den Film wird mir durchaus klar, ob seine Präsenz so nötig war, weiß ich nicht. Ich vermisse auch irgendwie dieses Südstaaten-Gefühl. Dieses Flirren der Luft, die Hitze und Feuchtigkeit, die in ganz ganz wenigen Szenen versteckt zum Ausdruck kommen. Dieser 'electric mist' ist nicht spürbar, diese Aufladung der Luft fehlt zu oft und fehlt damit der Atmosphäre des Films.
So gehe ich nach zwei Stunden aus dem Kino mit dem Gefühl, keinen wirklich schlechten Film gesehen zu haben. Aber einen Film, bei dem zu vieles schon einmal da gewesen ist und mir bekannt vorkommt. Einen Film, der zu sehr in der Vergangenheit stecken bleibt.
Vielleicht liegt es daran, dass man so viele Dinge bereits gesehen hat. Zum Beispiel 1995 in 'Get Shorty' – dort hieß der Bösewicht Barboni, John Goodmans alter ego anno 2009 Balboni. Bloß eine zufällige kleine Lautverschiebung? Viel präsenter weil frischer ist aber noch die Erinnerung an Tommy Lee Jones selbst; und zwar an seine Rolle in 'No Country For Old Men'. Ich sitze im Kinosessel und denke manchmal ernsthaft, dass Einstellungen mit seinem Gesicht aus dem einen Film in den anderen kopiert worden. Es sieht unglaublich ähnlich aus, der Gesichtsausdruck ist so unglaublich gleich. Nicht, dass das hier nicht auch angebracht wäre, aber es wirkt einfach ein wenig verbraucht. Zu diesem déjà-vu trägt sicher auch Kelly Macdonald bei, die im Film der Coen-Brüder ebenso wie in Electric Mist an Jones' Seite spielt. Da wäre auch noch die das Thema: Tommy Lee Jones Charakter Dave Robicheaux kommt in der Welt nicht mehr zurecht, er ist zu alt für den Wahnsinn der modernen Gesellschaft, er versteht ihre Brutalität nicht mehr, er muss dennoch in ihr überleben. Das habe ich alles doch schon mal genau so bei 'No Country For Old Men' gesehen, und zwar ziemlich gut. 2009 ist das auch nicht richtig schlecht, was mir da präsentiert wird, aber ich werde das Gefühl nicht los, dass ich das alles schon weiß. Der Film kommt einfach zu spät.
Vielleicht liegt es aber insgesamt auch daran, dass mich viele Dinge nicht überzeugen, unnötig oder unzureichend dargestellt sind. Da wäre die Brutalität, mit der die Morde hier begangen werden bzw. die Ideen, die der Mörder an seinen Opfern auslässt; aber auch die brutale Vorgehensweise Tommy Lee Jones lässt mich manchmal den Kopf schütteln und mich fragen, ob das denn an dieser Stelle wirklich nötig war. So richtig warm werde ich auch nicht mit der moralischen Instanz des Films: ein längst verstorbener Bürgerkriegsgeneral, den Tommy Lee Jones immer wieder imaginiert und der ihm dabei hilft, mit dem Bösen in der Welt fertig zu werden. Seine Bedeutung für den Film wird mir durchaus klar, ob seine Präsenz so nötig war, weiß ich nicht. Ich vermisse auch irgendwie dieses Südstaaten-Gefühl. Dieses Flirren der Luft, die Hitze und Feuchtigkeit, die in ganz ganz wenigen Szenen versteckt zum Ausdruck kommen. Dieser 'electric mist' ist nicht spürbar, diese Aufladung der Luft fehlt zu oft und fehlt damit der Atmosphäre des Films.
So gehe ich nach zwei Stunden aus dem Kino mit dem Gefühl, keinen wirklich schlechten Film gesehen zu haben. Aber einen Film, bei dem zu vieles schon einmal da gewesen ist und mir bekannt vorkommt. Einen Film, der zu sehr in der Vergangenheit stecken bleibt.
