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»i shot my love«

Endlich wieder mal ein Film der berührt. Tomer zeichnet seine eigene Geschichte mit Handkamera auf, kommentiert durch das Lachen und Weinen seiner Mutter und seines Freundes Andreas. Mit Leichtigkeit führt er uns in den Bann aus Leidenschaft, Lebensfreude und Sehnsucht, mit einer Authentizität zum greifen nah, nah an Mund, Augen, Bart und Händen. Wir durchziehen Räume des Films, die eine Familiengeschichte, wie auch die Geschichte eines schwulen Liebespaares verbinden. Wir gehen mit ihnen in diesen Räumen Wege, die sich aus Schnittpunkten der Eltern von Andreas, Deutschland; Tomers Mutter, Israel und Tomers Brüdern, der Welt ergeben. Ohne Zurückhaltung werden wir intim geführt, an Zeiten der eigenen Entwicklung, mit Mut zum Gefühl und der Wahrheit erinnert. Das mag am Surren des Objektivs oder dem Wackeln des Bildes der Kamera liegen, die ständig auf ihre einfach gehaltene Mechanik verweisen. Tomer wollte es so. Eine komplexe Kameratechnik hätte die Intimität und Einfachheit gestört und uns gestellten Szenen überlassen. Andreas selbst stellte im Film die Frage, ob er sich verstellt, wenn die Kamera läuft und antwortete mit: Nein. Im Verlauf des Films nehmen wir mehr und mehr Kontakt zu Tomers Mutter auf und erkennen deren Abhängigkeit zueinander, als Quelle der Freude und Unbeschwertheit. Vielleicht ist es auch wieder die Kamera, die Andreas dazu entschließen lässt, nach Jahren der Abstinenz seine Eltern zu besuchen und erstmals seinen Freund vorzustellen. Einfach hätte man sich diesen Film im Amateurskonzept vorstellen können aber Bilder, Musik und Dialoge belehren uns eines Besseren.

Il/D, 2010 , 70 Min. , Tomer Heymann
- Panorama -