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»generation kplus«

Der steht ja schon wieder auf’m Dach. So klein und doch so mutig. Mit seiner zu großen Tasche stolpert er durch die Wiesen Neuseelands, seine gute Freundin mit dabei. Sie mag ihn, er weiß es noch nicht. Er muss noch Abenteuer bestehen, die gegen zwei dumme Riesen und gegen die hässliche Lehrerin. Sein Kampf scheint aussichtslos, wenn da nicht sein 6,5 Mio. Dollar Man wäre. Er ist seine Energiequelle, sein Halt. Verbunden mit seinem Talent für Comics hält er die Waage zwischen Angriff und Verteidigung. Er ist ein Außenseiter, der sich entwickelt. Von Dach zu Dach springend, verfolgt, kämpfend, vor dem Kadi sitzend. Um ein Haar wäre sein Talent unentdeckt geblieben.

NZ, 2009, 15 Min. , Mark Albiston, Louis Sutherland
- Generation Kplus -
Am liebsten würde er immer alle küssen. Das findet sein Bruder voll doof. Drona lebt in seiner eigenen Welt, teils hoch konzentriert, teils hilflos wie ein Kleinkind. Er kennt alle Buslinen seiner Stadt und will selbst mal einen Bus fahren. Die uns präsentierte Welt ist verzaubert, außerhalb unserer Wahrnehmung und doch schön. So schön, dass auch das ständig nervige Fragen verblasst. Was hat er nur ständig in seinem Kopf? Könnte man in ihn hineinsehen, man würde die Welt nicht verstehen. Er kann es, auf seine Weise. Wir gehen und fahren unsere Linien. Seine Linien haben mehr Kurven und er hat mehr Kreuzungen, die wir nicht sehen. Alle Ampeln stehen bei ihm auf Grün, die in neue interessante Richtungen zeigen. Drona wird diese Richtungen auch noch erforschen, morgen.

NL, 2009, 19 Min. , Catherine von Campen
- Generation Kplus -
Was macht ein schwuler Singapurer Zeitungshändler? Er wird zum Helden. Ein Vater wird zum Gewalttäter. Ein tyrannisierter Junge wird zum Dieb, um seiner Leidenschaft nachzugehen. Er zeichnet Comics. Im Komplex aus Hass gegen Schwule und dem Verbot der Kunst, entwickelt der Junge den Traum eines Helden, im Kampf gegen Intoleranz und Ignoranz. Zusammen ist man stark, hält an seinem Talent fest und verändert die Welt, die kalt und gemein ist. In Kostüm und Maske kämpft eine Allianz für Freigeist und Zeitgeist. Es sind Andere, die Talente sehen und fördern, Andere, die mehr zutrauen. Im Kontrast aus jung und alt, modern und spießig wird die Welt durch Phantasie bunt, so bunt wie ein Comic.

SGP, 2009, 9 Min. , Michael Kam
- Generation Kplus -
Platsch! Am liebsten würde das kleine Mädchen im Wasser schwimmen, der Turm ist im Weg. Über ihn muss sie gehen oder springen. Dazu gehört Mut, den sie nicht aufzubringen vermag. Mit Jungen im Hintergrund, die sie verspotten, wird es nicht leichter. Was ihr hilft ist abzutauchen, in Gedanken. So zu sein wie sie will, tauchend, sich im Wasser drehend, Blasen formend; so synchron, wie Wasserbalett, so elegant wie Turmspringer, so ausdauernd wie Delfinschwimmer. Sie braucht Ruhe, die sie in der fast leeren Halle findet, um sich selbst zu finden. Sie gleitet durch das Wasser, scheinbar im luftleeren Raum, scheinbar ohne Luft zu holen. Sie schwimmt mit Hingabe und Leichtigkeit, kreisend und froh. Blubb.

GB, 2009, 7 Min. , Martina Amati
- Generation Kplus -
Ein wenig gruselig ist es schon, farbig begrenzt und mit Fabelwesen versetzt, die Natur, Bauwerke und Menschen verbinden. Wir sehen die Doppelwelt eines Jungen, von Realität und Traum. Er soll loslassen, von seiner Kindheit - seinen Spielsachen, die er im Traum sucht, verbunden mit Abenteuer und Mut. Sein Teddy wurde gestohlen. Er will ihn wieder, mag nicht loslassen. Kletternd, teils fliegend, erreicht er Baumhöhlen, die sich schimmernd hell als opulente Städte entpuppen. Es sind scheinbar auch verwunschene Städte, die von Spielzeug stehlenden Greifvögeln heimgesucht werden. Mit schön gezeichneten Bildern wird eine Welt produziert, die sich mit seinen schwebend schmiegsam gezeichneten Bewegungen zu einem gefühlvollen Ganzen ergibt. Immer wieder ziehen diese herrlich runden Augen in den Bann, getrennt von der restlichen Unschärfe, bilden den Mittelpunkt des Kindseins. Einfach in die Augen schauen, um selbst seine Kindheit wieder zu entdecken.

RUS, 2009, 12 Min. , Natalia Mirzoyan
- Generation Kplus –
Jacco springt durch die Luft. Er selbst würde vor Traurigkeit in die Luft gehen, wenn seine Eltern streiten. Witzig stellt er seine Freunde und Familie vor. Sein Vater macht keine Projekte mehr, mit Jacco schon. Zum einen um vor seiner Frau und dem öden Alltag zu entfliehen, zum anderen um Zeit mit seinem Sohn zu verbringen. Sie bauen an einer unterirdischen Wohnung, in die Jacco sich verkriechen will. Am liebsten würde sein Vater mit einziehen. In eher leichter Art beschreibt Jacco seine Welt, in die er am liebesten als Regisseur eingreifen möchte, doch so leicht ist es eben nicht. Seine Welt ist das Bauen und Basteln und er hat eine Gabe: die Gabe andere Menschen zu beobachten, zu durchleuchten wie ein Detektiv. Der traurige Postmann geht seine täglich Runde, vielleicht würde dessen Sohn auch am liebesten im Baumhaus leben. Jacco wäre auch hier Regisseur und ruft dazu: Action!

NL, 2009, 17 Min. , Daan Bakker
- Generation Kplus –