Wednesday, 11. February 2009, 22:09Uhr
Dies ist ein Nachtrag zu meiner Kritik zu THE BEAST STALKER. Spoilerspoilerspoilerspoiler.
[Eigenzitat] Über das Ende des Films kann ich nichts sagen, was nicht schon tausendfach gesagt wurde [/Eigenzitat]
Das war gelogen. Es gibt am Ende etwas, was ich bespreche möchte und was mich ziemlich erstaunt hat. Die betreffende Szene: Das kleine Mädchen Ling wurde in einem Unfall mit einer Wagenladung Sand überschüttet. Der Held Seargant Tong streckt den Entführer mit einem Stein nieder und gräbt panisch im Sand herum, bis er schließlich Ling findet und sie herauszieht. Was nun folgt war für mich eine wunderschöne Zusammenfassung des Films in einer einzigen Szene.
Zunächst ein mal heult und schreit Tong vor Verzweiflung, schon während er das Mädchen ausgräbt. Dies tut er auf äußerst authentische Weise, so dass der Zuschauer richtig mitfiebert. Dann folgt jedoch der lächerlichste Wiederbelebungsversuch, den ich auf Zelluloid erleben durfte : Nach dem In-Den-Mund-Prusten legt Tong dem kleinen Mädchen einfach nur die Hand auf die Brust, als würde er magische Lebenskraft übertragen können. Man möchte ihm anschreien: Drück doch mal zu! Dieser grobe Schnitzer reißt den Film in die Lächerlichkeit. Als Tong kurz darauf mit der Wiederbelebung aufhört, stutze ich jedoch: Jeder weiß, dass dies das Zeichen für den tatsächlichen Tod des Opfers ist. Die folgenden Sekunden, in denen Tong vor Verzweiflung fast einen Nervenzusammenbruch erleidet und den Himmel anfleht, sie möge wieder aufwachen, sind wiederum von einer so ergreifenden schauspielerischen Leistung, dass ich sofort wieder in den Sog des Films gezogen werde und wirklich betroffen bin, dass das kleine Mädchen tot ist. Er heult, wie ich im Film selten jemanden habe heulen sehn. Dann jedoch, nach einer ewig scheinenden Zeit, wacht das Mädchen wieder auf. Einfach so. Ein Stöhnen geht durch den Saal. Ich kann es nicht glauben. Schnitt, der Bösewicht steht wieder auf und greift nach einer Eisenstange. Der Saal bricht in Gelächter aus. Ich stehe schon halb auf um zu gehen. Dann stolpert er jedoch, fällt gegen die Wand. Es wird klar: Er ist nun vollkommen blind. Die Situation wird wieder sensibler, glaubwürdiger. Die Hintergrundstory des Killers, seine Verbindung zu den anderen Charakteren, wird erzählt. Ich bin überrascht, diese Auflösung hatte ich nicht erwartet. Es versöhnt mich ein wenig, da seine Geschichte auf sensible Art und Weise erzählt wird. Da verzeihe ich dem Film sogar die kitschigste Szene der Berlinale: Das Wiedersehen von Mutter und Tochter, in Zeitlupe, aufeinander zu rennend, mit einem zufriedenen Tong im Gegenschnitt. Einfach abhaken.
Der Film schafft es durch seine spannende Art und dadurch, dass er eben vieles anders macht, mich freundlich zu stimmen und über die größten Fehler hinwegzusehen. Die beschrieben Szene wäre vermutlich bei jedem anderen Film mein Grund gewesen, ihn abzuhaken und zu vergessen. An THE BEAST STALKER werde ich mich aber lange erinnern. Oder, um die Idee der Essens-Metapher meiner Kollegin zu klauen: Es ist wie ein köstliches Drei-Gänge-Menü, bei dem der Nachtisch eine Zuckerwatte vom Jahrmarkt ist. In Pink.
[Eigenzitat] Über das Ende des Films kann ich nichts sagen, was nicht schon tausendfach gesagt wurde [/Eigenzitat]
Das war gelogen. Es gibt am Ende etwas, was ich bespreche möchte und was mich ziemlich erstaunt hat. Die betreffende Szene: Das kleine Mädchen Ling wurde in einem Unfall mit einer Wagenladung Sand überschüttet. Der Held Seargant Tong streckt den Entführer mit einem Stein nieder und gräbt panisch im Sand herum, bis er schließlich Ling findet und sie herauszieht. Was nun folgt war für mich eine wunderschöne Zusammenfassung des Films in einer einzigen Szene.
Zunächst ein mal heult und schreit Tong vor Verzweiflung, schon während er das Mädchen ausgräbt. Dies tut er auf äußerst authentische Weise, so dass der Zuschauer richtig mitfiebert. Dann folgt jedoch der lächerlichste Wiederbelebungsversuch, den ich auf Zelluloid erleben durfte : Nach dem In-Den-Mund-Prusten legt Tong dem kleinen Mädchen einfach nur die Hand auf die Brust, als würde er magische Lebenskraft übertragen können. Man möchte ihm anschreien: Drück doch mal zu! Dieser grobe Schnitzer reißt den Film in die Lächerlichkeit. Als Tong kurz darauf mit der Wiederbelebung aufhört, stutze ich jedoch: Jeder weiß, dass dies das Zeichen für den tatsächlichen Tod des Opfers ist. Die folgenden Sekunden, in denen Tong vor Verzweiflung fast einen Nervenzusammenbruch erleidet und den Himmel anfleht, sie möge wieder aufwachen, sind wiederum von einer so ergreifenden schauspielerischen Leistung, dass ich sofort wieder in den Sog des Films gezogen werde und wirklich betroffen bin, dass das kleine Mädchen tot ist. Er heult, wie ich im Film selten jemanden habe heulen sehn. Dann jedoch, nach einer ewig scheinenden Zeit, wacht das Mädchen wieder auf. Einfach so. Ein Stöhnen geht durch den Saal. Ich kann es nicht glauben. Schnitt, der Bösewicht steht wieder auf und greift nach einer Eisenstange. Der Saal bricht in Gelächter aus. Ich stehe schon halb auf um zu gehen. Dann stolpert er jedoch, fällt gegen die Wand. Es wird klar: Er ist nun vollkommen blind. Die Situation wird wieder sensibler, glaubwürdiger. Die Hintergrundstory des Killers, seine Verbindung zu den anderen Charakteren, wird erzählt. Ich bin überrascht, diese Auflösung hatte ich nicht erwartet. Es versöhnt mich ein wenig, da seine Geschichte auf sensible Art und Weise erzählt wird. Da verzeihe ich dem Film sogar die kitschigste Szene der Berlinale: Das Wiedersehen von Mutter und Tochter, in Zeitlupe, aufeinander zu rennend, mit einem zufriedenen Tong im Gegenschnitt. Einfach abhaken.
Der Film schafft es durch seine spannende Art und dadurch, dass er eben vieles anders macht, mich freundlich zu stimmen und über die größten Fehler hinwegzusehen. Die beschrieben Szene wäre vermutlich bei jedem anderen Film mein Grund gewesen, ihn abzuhaken und zu vergessen. An THE BEAST STALKER werde ich mich aber lange erinnern. Oder, um die Idee der Essens-Metapher meiner Kollegin zu klauen: Es ist wie ein köstliches Drei-Gänge-Menü, bei dem der Nachtisch eine Zuckerwatte vom Jahrmarkt ist. In Pink.
