Monday, 3. December 2007, 09:10Uhr
Es wäre nicht nur leicht, sondern auch ein unbändiges Vergnügen an dieser Stelle darüber zu schreiben, in welchem Verhältnis sich dieser Film zu John Fords »The Searchers« befindet. Wie in beiden Filmen das Bild rechts und links von schwarzen Balken beschnitten wird, die dem Haus gehören, aus dem heraus die Kamera die Ankunft des Helden filmt. Oder wie von einem Schnitt zum nächsten die Reise von zwei einsamen Western-Helden aus brütender Sonne in schneebedeckte Landschaft verschoben wird. Oder wie an die Stelle eines richtigen Duells unbändige, unbegründete und unmenschliche Rache tritt, die einmal tote Indianer skalpiert und einmal alten Freunden irgendwo in der Nacht das Gehirn zerreißt. Es wäre leicht das zu machen und ein unbändiges Vergnügen, aber warum soll man über Dinge schreiben, die so offensichtlich sind wie Brad Pitts Schönheit und seine ewig gleicher darstellerischer Manierismus.
Es gibt nämlich unzählige Dinge an diesem sehr, sehr langen Film, dessen Länge völlig gleichgültig ist, weil man schon beim Lesen des Titels weiß, wie er ausgeht, deren Erwähnung deshalb lohnenswert ist, weil sie noch viel offensichtlicher sind als die Vorzüge und Nachteile Brad Pitts und deshalb allzu leicht übersehen werden könnten.
Wenn der Film als unverständliches Puzzle-Spiel aus wirres Zeug austauschenden Closeups besteht und selbst demjenigen, der die Geschichte von Jesse James, seiner Bande, seinen Verbrechen und seinem Mörder in- und auswendig kennt, Rätsel über Rätsel vor die Füße legt, so ist er doch in einem so hell und klar wie vielleicht nur das Licht des Filmprojektors, der all das auf die Leinwand bringt: was hier gezeigt wird sind Reflektionen in jedem Sinn, den dieses Wort haben kann. Es sind die Reflektionen eines toten Körpers in einer Fotokameralinse, die Reflektionen des Lichtes eines Zuges zwischen den Bäumen, der aus der unvorstellbaren Schwärze einer unbeleuchteten Kinoleinwand auftaucht: Es werde Licht! Und es ward Licht. Es sind die Reflektionen des Lichts auf unzähligen winzigen Rauchpartikeln, die Jesse James in unvordenklicher Schwärze auf die Barrikaden steigen lassen und ihn in nicht mehr und nicht weniger als gleißendem Weiß verschwinden lassen. Es ist der Schein des Geheimnisses, das zurückbleibt, wenn eine Kerze ausgeblasen wird und auf der Leinwand ein kleines Fleck Orange verglimmt, während anzügliches ausdrücklich wird. Es ist die Reflektion des Mondlichts auf drei, vier weißen Birken, die dort zurückgelassen werden, wo Jesse James gerade einen ehemaligen Gefährten in ewiger Dunkelheit in die ewige Dunkelheit geschossen hat. Es sind die Reflektionen von allem Licht der Welt auf einer schneebedeckten Wiese, über die zwei Schatten auf der Suche nach Gott weiß was reiten oder der stumpfe Glanz einer halb vom Schnee bedeckten nackten, blau-grünen Leiche im Wald. Wer das nicht sehen kann oder will, der soll sich von diesem Kino der Feiglinge fernhalten, weil es hier nichts von dem gibt, was Bazin einmal unvorsichtig werden lies als er sagte, dass der Western das amerikanische Genre par excellence sei. Es gibt keine richtigen Duelle und nur halbe und viertel-amerikanische Einstellungen. Es gibt kein Monument Valley und keine Indianer, keine Vieherden und zu wenig schnelle Pferde. Aber es gibt Reflektionen auf all das: in blassem Blau und lauwarmen Sandtönen. In grellem Grün tiefem schwarz. In staubigem Weiß und zähem Blutrot. Manchmal erinnert man sich daran, dass sie Namen haben, wie sie auf Orscar-Verleihungen genannt werden, manchmal haben sie zu viel Schminke auf dem Gesicht und wissen nicht mehr, ob sie noch wissen, was sie da tun.
Nach diesem Film scheint Jesse James der Name für ein Zweifeln zu sein, dass sich in buckligen Fensterscheiben verzerrt und das Licht weniger grell macht, oder es ist einer der bunten Aufdrucke auf einer schnell geschriebenen und billig gedruckten Westerngeschichte oder das blasse Antlitz einer Wachsfigur auf Eis, die wie Brad Pitt aussieht und deren 156-minütiger Traum von den Leinwänden dieser Welt sich in den Augen all jener reflektiert, die sehen wollen, was man sehen muss, weil es etwas anderes ist als die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford.
Es gibt nämlich unzählige Dinge an diesem sehr, sehr langen Film, dessen Länge völlig gleichgültig ist, weil man schon beim Lesen des Titels weiß, wie er ausgeht, deren Erwähnung deshalb lohnenswert ist, weil sie noch viel offensichtlicher sind als die Vorzüge und Nachteile Brad Pitts und deshalb allzu leicht übersehen werden könnten.
Wenn der Film als unverständliches Puzzle-Spiel aus wirres Zeug austauschenden Closeups besteht und selbst demjenigen, der die Geschichte von Jesse James, seiner Bande, seinen Verbrechen und seinem Mörder in- und auswendig kennt, Rätsel über Rätsel vor die Füße legt, so ist er doch in einem so hell und klar wie vielleicht nur das Licht des Filmprojektors, der all das auf die Leinwand bringt: was hier gezeigt wird sind Reflektionen in jedem Sinn, den dieses Wort haben kann. Es sind die Reflektionen eines toten Körpers in einer Fotokameralinse, die Reflektionen des Lichtes eines Zuges zwischen den Bäumen, der aus der unvorstellbaren Schwärze einer unbeleuchteten Kinoleinwand auftaucht: Es werde Licht! Und es ward Licht. Es sind die Reflektionen des Lichts auf unzähligen winzigen Rauchpartikeln, die Jesse James in unvordenklicher Schwärze auf die Barrikaden steigen lassen und ihn in nicht mehr und nicht weniger als gleißendem Weiß verschwinden lassen. Es ist der Schein des Geheimnisses, das zurückbleibt, wenn eine Kerze ausgeblasen wird und auf der Leinwand ein kleines Fleck Orange verglimmt, während anzügliches ausdrücklich wird. Es ist die Reflektion des Mondlichts auf drei, vier weißen Birken, die dort zurückgelassen werden, wo Jesse James gerade einen ehemaligen Gefährten in ewiger Dunkelheit in die ewige Dunkelheit geschossen hat. Es sind die Reflektionen von allem Licht der Welt auf einer schneebedeckten Wiese, über die zwei Schatten auf der Suche nach Gott weiß was reiten oder der stumpfe Glanz einer halb vom Schnee bedeckten nackten, blau-grünen Leiche im Wald. Wer das nicht sehen kann oder will, der soll sich von diesem Kino der Feiglinge fernhalten, weil es hier nichts von dem gibt, was Bazin einmal unvorsichtig werden lies als er sagte, dass der Western das amerikanische Genre par excellence sei. Es gibt keine richtigen Duelle und nur halbe und viertel-amerikanische Einstellungen. Es gibt kein Monument Valley und keine Indianer, keine Vieherden und zu wenig schnelle Pferde. Aber es gibt Reflektionen auf all das: in blassem Blau und lauwarmen Sandtönen. In grellem Grün tiefem schwarz. In staubigem Weiß und zähem Blutrot. Manchmal erinnert man sich daran, dass sie Namen haben, wie sie auf Orscar-Verleihungen genannt werden, manchmal haben sie zu viel Schminke auf dem Gesicht und wissen nicht mehr, ob sie noch wissen, was sie da tun.
Nach diesem Film scheint Jesse James der Name für ein Zweifeln zu sein, dass sich in buckligen Fensterscheiben verzerrt und das Licht weniger grell macht, oder es ist einer der bunten Aufdrucke auf einer schnell geschriebenen und billig gedruckten Westerngeschichte oder das blasse Antlitz einer Wachsfigur auf Eis, die wie Brad Pitt aussieht und deren 156-minütiger Traum von den Leinwänden dieser Welt sich in den Augen all jener reflektiert, die sehen wollen, was man sehen muss, weil es etwas anderes ist als die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford.
