Wednesday, 2. March 2011, 12:11Uhr
Perspektivlosigkeit.
Das ist die Begründung der FSK, dass der Film „Bis auf Blut“ die Markierung „Ab 16“ tragen muss. Es ist nicht die Brutalität mit der Leute gemobbt, verprügelt und abgestochen werden. Zum Teil ist es die Sprache der Jugendlichen, die schon fast eine rekordverdächtige Anzahl von Schimpfworten aufweist.
Doch vor allem ist es die Perspektivlosigkeit. Die Perspektivlosigkeit, die Sule und Tommy in die Drogendealerei rutschen lässt. Die Perspektivlosigkeit, der immer wieder aneinander geratenen Jugendlichen, die nicht wissen, was sie mit ihrer Kraft anfangen sollen. Die Perspektivlosigkeit, die Tommy in den Jugendknast bringt und Sule weiter im Dealersumpf versinken lässt.
Als Tommy wieder rauskommt, versucht er wieder auf den rechten Pfad zu kommen. Er hat die Abgründe gesehen und miterlebt. Er was das Mobbingopfer von seinen Zellenkollegen. Doch Sule drängt ihn immer wieder vom Weg ab. Der will unbedingt einen Auto-Tuning-Shop eröffnen. Das Geld dafür soll sowohl vom Drogenhandel, als auch von der Bank kommen.
Tommy schafft nicht so wirklich den Absprung von seinem alten Leben. Immer wieder ist er zur falschen Zeit am falschen Ort. Eigentlich will er nur herausfinden, wer ihn verraten und damit in die Zelle gebracht hat. Er versucht sich mit seiner Freundin wieder zu vertragen, die ihn in dem halben Jahr nicht einmal besucht hat. Doch immer wieder kommt Sule dazwischen und fängt mit neuem Unsinn an. Dealen mit Koks und die Liebe zu einem Mädchen, das ihn nur benutzt um ihren Vater zu ärgern.
Die Situationen wiegeln sich gegenseitig auf, bis Tommy endlich klar wird, dass es Sule war, der ihn verraten hat. Zudem werden beide wegen des Verrats eines anderen festgenommen. Tommy erhält die Chance Sule ebenfalls zu verraten und dafür nicht noch einmal in den Knast zu gehen. Zuerst ergreift er die Möglichkeit, doch vor Gericht macht er einen Rückzieher.
Sule bekommt drei Jahre und Tommy ein halbes Jahr. Sule bleibt auch im Gefängnis seinen gangsterähnlichen Prinzipien treu und hält weiterhin an der Idee der Autowerkstatt fest. Tommy hingegen nimmt sich ein dickes Physikbuch und fängt an zu lesen. Er möchte Lehrer werden.
Perspektivlosigkeit sieht für mich anders aus.
„Bis aufs Blut – Brüder auf Bewährung“
Deutschland, 2010, 109 min
Deutsch
Regie: Oliver Kienle
Darsteller: Burak Yigit, Jacob Matschenz, Aylin Tezel, Manuellsen
Sektion: German Cinema - LOLA@Berlinale
Das ist die Begründung der FSK, dass der Film „Bis auf Blut“ die Markierung „Ab 16“ tragen muss. Es ist nicht die Brutalität mit der Leute gemobbt, verprügelt und abgestochen werden. Zum Teil ist es die Sprache der Jugendlichen, die schon fast eine rekordverdächtige Anzahl von Schimpfworten aufweist.
Doch vor allem ist es die Perspektivlosigkeit. Die Perspektivlosigkeit, die Sule und Tommy in die Drogendealerei rutschen lässt. Die Perspektivlosigkeit, der immer wieder aneinander geratenen Jugendlichen, die nicht wissen, was sie mit ihrer Kraft anfangen sollen. Die Perspektivlosigkeit, die Tommy in den Jugendknast bringt und Sule weiter im Dealersumpf versinken lässt.
Als Tommy wieder rauskommt, versucht er wieder auf den rechten Pfad zu kommen. Er hat die Abgründe gesehen und miterlebt. Er was das Mobbingopfer von seinen Zellenkollegen. Doch Sule drängt ihn immer wieder vom Weg ab. Der will unbedingt einen Auto-Tuning-Shop eröffnen. Das Geld dafür soll sowohl vom Drogenhandel, als auch von der Bank kommen.
Tommy schafft nicht so wirklich den Absprung von seinem alten Leben. Immer wieder ist er zur falschen Zeit am falschen Ort. Eigentlich will er nur herausfinden, wer ihn verraten und damit in die Zelle gebracht hat. Er versucht sich mit seiner Freundin wieder zu vertragen, die ihn in dem halben Jahr nicht einmal besucht hat. Doch immer wieder kommt Sule dazwischen und fängt mit neuem Unsinn an. Dealen mit Koks und die Liebe zu einem Mädchen, das ihn nur benutzt um ihren Vater zu ärgern.
Die Situationen wiegeln sich gegenseitig auf, bis Tommy endlich klar wird, dass es Sule war, der ihn verraten hat. Zudem werden beide wegen des Verrats eines anderen festgenommen. Tommy erhält die Chance Sule ebenfalls zu verraten und dafür nicht noch einmal in den Knast zu gehen. Zuerst ergreift er die Möglichkeit, doch vor Gericht macht er einen Rückzieher.
Sule bekommt drei Jahre und Tommy ein halbes Jahr. Sule bleibt auch im Gefängnis seinen gangsterähnlichen Prinzipien treu und hält weiterhin an der Idee der Autowerkstatt fest. Tommy hingegen nimmt sich ein dickes Physikbuch und fängt an zu lesen. Er möchte Lehrer werden.
Perspektivlosigkeit sieht für mich anders aus.
„Bis aufs Blut – Brüder auf Bewährung“
Deutschland, 2010, 109 min
Deutsch
Regie: Oliver Kienle
Darsteller: Burak Yigit, Jacob Matschenz, Aylin Tezel, Manuellsen
Sektion: German Cinema - LOLA@Berlinale
