Wednesday, 3. December 2008, 18:22Uhr
Der im linken Gewand verkappte Hollywood-Kapitalist Bernd Eichinger dreht einen Film über die antiimperialistische, kommunistische Stadtguerilla der Roten Armee Fraktion.
Gegen dies im Allgemeinen spricht, dass Eichinger in seinem Profit orientierten, kommerziell-kapitalistischen Denken weder eine moralische Einordnung der Geschehnisse des deutschen Herbstes und seiner Akteure integriert, noch gelingt es ihm die Zeitumstände der 1970er Jahre hinreichend auszuführen um Hintergründe der RAF-Ideologie zu verdeutlichen.
Gegen dies im Besonderen spricht, dass der Produzent gerade in einem Film, der eine militante Gruppe, die Staats- und Kapitalismuskritik durch Formen von Terrorismus übte, thematisiert, sich jeglicher politischer als auch moralischer Stellungnahme entzieht, sie ja sogar zu scheuen scheint. So ist der Baader-Meinhof Komplex politisch in alle Richtungen offen: er reicht von einer Heroisierung der ersten Generation mit ihrem unglaublich radikal-revolutionärem Geist, der dennoch die Zivilbevölkerung zu schonen suchte, bis zu dem Abstempeln der dritten Generation als kaltblütige Mörder, die keinen, nicht einmal den unbewaffneten Schleyer-Fahrer, in ihren Befreiungsaktionen der Stammheimer begnadigen wollen. Zudem wird versucht über diese mangelnde Politisierung hinwegzutäuschen: bei jeder gezeigten gewalttätigen, blutigen Aktion der RAF hört man als Kommentar aus dem Off das politisch theoretische Bekennerschreiben der Gruppe, das im Film als Rechtfertigung der Radikalität dienen soll. Doch diese Fakten sind vom Scheiß-Kapitalist Eichinger wohl gewollt, eine Strategie der politischen und ideologischen Zweideutigkeit, die er von seichten, Profit heischenden Hollywood-Blockbustern abgeschaut auf deutsche Tatsachengeschichte überträgt.
Gegen dies im Speziellen spricht, dass Eichinger, der diesen Film unter anderem als Vermittlung deutscher Geschichte an junge Menschen, die sich heute weder mit dem Begriff der RAF noch ihren antiimperialistischen Aktionen auseinander setzen noch identifizieren können, sieht, diese Bürger ohne politische, moralische Einordung, ohne konkretes Urteil über die Radikalität, ohne Erläuterung der Hintergründe, ohne die Erkenntnis, dass zum Töten auch Sterben gehört den Kinosaal verlassen lässt und somit wiederum zur Entpolitisierung der Gesellschaft beiträgt.
Gegen den Baader-Meinhof Komplex von Bernd Eichinger spricht, dass ein Film zu politischer Zeitgeschichte auch eine politische Debatte anregen sollte und diese nicht aus kapitalistischer Angst vor zu geringen finanziellen Einnahmen an den Kinokassen scheuen sollte.
Was für eine Scheißaktion! Das war konträr zur Hauptlinie!
Theresa Brüheim
Gegen dies im Allgemeinen spricht, dass Eichinger in seinem Profit orientierten, kommerziell-kapitalistischen Denken weder eine moralische Einordnung der Geschehnisse des deutschen Herbstes und seiner Akteure integriert, noch gelingt es ihm die Zeitumstände der 1970er Jahre hinreichend auszuführen um Hintergründe der RAF-Ideologie zu verdeutlichen.
Gegen dies im Besonderen spricht, dass der Produzent gerade in einem Film, der eine militante Gruppe, die Staats- und Kapitalismuskritik durch Formen von Terrorismus übte, thematisiert, sich jeglicher politischer als auch moralischer Stellungnahme entzieht, sie ja sogar zu scheuen scheint. So ist der Baader-Meinhof Komplex politisch in alle Richtungen offen: er reicht von einer Heroisierung der ersten Generation mit ihrem unglaublich radikal-revolutionärem Geist, der dennoch die Zivilbevölkerung zu schonen suchte, bis zu dem Abstempeln der dritten Generation als kaltblütige Mörder, die keinen, nicht einmal den unbewaffneten Schleyer-Fahrer, in ihren Befreiungsaktionen der Stammheimer begnadigen wollen. Zudem wird versucht über diese mangelnde Politisierung hinwegzutäuschen: bei jeder gezeigten gewalttätigen, blutigen Aktion der RAF hört man als Kommentar aus dem Off das politisch theoretische Bekennerschreiben der Gruppe, das im Film als Rechtfertigung der Radikalität dienen soll. Doch diese Fakten sind vom Scheiß-Kapitalist Eichinger wohl gewollt, eine Strategie der politischen und ideologischen Zweideutigkeit, die er von seichten, Profit heischenden Hollywood-Blockbustern abgeschaut auf deutsche Tatsachengeschichte überträgt.
Gegen dies im Speziellen spricht, dass Eichinger, der diesen Film unter anderem als Vermittlung deutscher Geschichte an junge Menschen, die sich heute weder mit dem Begriff der RAF noch ihren antiimperialistischen Aktionen auseinander setzen noch identifizieren können, sieht, diese Bürger ohne politische, moralische Einordung, ohne konkretes Urteil über die Radikalität, ohne Erläuterung der Hintergründe, ohne die Erkenntnis, dass zum Töten auch Sterben gehört den Kinosaal verlassen lässt und somit wiederum zur Entpolitisierung der Gesellschaft beiträgt.
Gegen den Baader-Meinhof Komplex von Bernd Eichinger spricht, dass ein Film zu politischer Zeitgeschichte auch eine politische Debatte anregen sollte und diese nicht aus kapitalistischer Angst vor zu geringen finanziellen Einnahmen an den Kinokassen scheuen sollte.
Was für eine Scheißaktion! Das war konträr zur Hauptlinie!
Theresa Brüheim
