Friday, 19. February 2010, 15:19Uhr
„Ken Uehara in einer seiner besten Hauptrollen.“ heißt es.
Das erste Bild provoziert einen Lacher, der sich durch die Sitzreihen zieht. Japaner im Dirndl auf einer Theaterbühne, eine schöne Frau, ein Verehrer, ein Blumenstrauß. Es ist eine unwirkliche Konstellation aus Inszenierung und Kulturverriss, in tradionellem Kimono, Anzug und Krawatte. Eine Liebesgeschichte, eine Bestimmte sowie Selbstbestimmte, verfängt sich im freien Küstlerleben und kämpft gegen das Gefangenwerden in der Tradition.
Diese beiden Pole reiben aneinander, sind bestimmt durch Tränen des Zwangs und naiver Hingabe. Uehara steht im Kampf zur Seite, im Look eines Spaniers und Cowboys, sich seines großgekrempten Hutes bewusst, nicht auf seine Zigarette im Regen verzichten zu müssen. Der Eindruck des Genremixes untermauert die Lacher, die sich aus Dialog und Auftritt überraschend ergeben. So richtig Drama will er nicht sein, Komödie auch nicht. So sollen wir entscheiden, mit dem Helden mitfiebern, mit der Schönen leiden. Im Wechselspiel offensichtlicher Kulisse und dokumentarischem Archivmaterials entwickelt sich eine Handlung, die immer wieder durch gut fotografierte Bilder beeindruckt. Ästhetik, die das Prasseln des Regens auf der Haut zu Standbildern elektrisieren lässt. Im Einklang stechender Tonknackser, Bildsprüngen und risshaften Schnitten ist der Film greifbar und authentisch. Ein Vertreter des klassischen Kinos der 30er Jahre lässt die Herzen der Kinobesucher höher schlagen. Ein Film der Frage der Ehre, des Mutes und der Hingabe zur Kunst, unter Beanspruchung der Lachmuskeln. Skuril.
J, 1937, 77 Min. , Shimazu Yasujiro
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Das erste Bild provoziert einen Lacher, der sich durch die Sitzreihen zieht. Japaner im Dirndl auf einer Theaterbühne, eine schöne Frau, ein Verehrer, ein Blumenstrauß. Es ist eine unwirkliche Konstellation aus Inszenierung und Kulturverriss, in tradionellem Kimono, Anzug und Krawatte. Eine Liebesgeschichte, eine Bestimmte sowie Selbstbestimmte, verfängt sich im freien Küstlerleben und kämpft gegen das Gefangenwerden in der Tradition.
Diese beiden Pole reiben aneinander, sind bestimmt durch Tränen des Zwangs und naiver Hingabe. Uehara steht im Kampf zur Seite, im Look eines Spaniers und Cowboys, sich seines großgekrempten Hutes bewusst, nicht auf seine Zigarette im Regen verzichten zu müssen. Der Eindruck des Genremixes untermauert die Lacher, die sich aus Dialog und Auftritt überraschend ergeben. So richtig Drama will er nicht sein, Komödie auch nicht. So sollen wir entscheiden, mit dem Helden mitfiebern, mit der Schönen leiden. Im Wechselspiel offensichtlicher Kulisse und dokumentarischem Archivmaterials entwickelt sich eine Handlung, die immer wieder durch gut fotografierte Bilder beeindruckt. Ästhetik, die das Prasseln des Regens auf der Haut zu Standbildern elektrisieren lässt. Im Einklang stechender Tonknackser, Bildsprüngen und risshaften Schnitten ist der Film greifbar und authentisch. Ein Vertreter des klassischen Kinos der 30er Jahre lässt die Herzen der Kinobesucher höher schlagen. Ein Film der Frage der Ehre, des Mutes und der Hingabe zur Kunst, unter Beanspruchung der Lachmuskeln. Skuril.J, 1937, 77 Min. , Shimazu Yasujiro
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