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      <title>Film und Kritik</title>
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      <description>Blog für Texte, Bilder, Töne und Filme</description>
      <dc:publisher>typolis:</dc:publisher>
      <dc:creator>aemkei (mailto:&amp;#109;&amp;#97;&amp;#105;&amp;#108;&amp;#64;&amp;#102;&amp;#105;&amp;#108;&amp;#109;&amp;#117;&amp;#110;&amp;#100;&amp;#107;&amp;#114;&amp;#105;&amp;#116;&amp;#105;&amp;#107;&amp;#46;&amp;#100;&amp;#101;)</dc:creator>
      <dc:date>2010-03-13T17:27:48Z</dc:date>
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      <title>Der Tag des Spatzen.</title> 
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      <description>Was macht man eigentlich dagegen, gegen den Krieg? Filme, das ist eine Variante. V&amp;ouml;gel beobachten, eine andere. Eine, die nicht nahe liegen mag. Eine, die nichts antwortet gegen den Krieg, au&amp;szlig;er, dass es keiner ist. Filme machen liegt doch viel n&amp;auml;her, am Krieg. Kriege machen Filme. R&amp;uuml;stungsindustrie und Hollywood liegen sich nicht fern, von fernem betrachtet, wenn man die Details ausspart und oberfl&amp;auml;chlich bleibt. V&amp;ouml;gel hingegen sind so unschuldig wie kleine Kinder, die vor Bomben weglaufen. Der Spatz, der eines Tages in Holland den Dominokrieg ausl&amp;ouml;ste, er wusste nicht, was er tat. Er war unschuldig und trotzdem verantwortlich daf&amp;uuml;r, dass de Mol und Co. in eine ihrer gr&amp;ouml;&amp;szlig;ten Krisen hineingerieten. 20 000 Dominosteine soll der Kleine umgeschmissen haben. Genau genommen, vermutlich sieben. Doch Dominos sind eben Dominos, so wurden schnell aus sieben 20 000 und aus dem Spatz ein toter Spatz. Ohne jegliche rechtliche Grundlage wurde ein Spatz get&amp;ouml;tet. Umweltsch&amp;uuml;tzer, Friedensaktivisten und Tierrechtler drohten in Briefen, die Frau des J&amp;auml;gers umzubringen. Aus Rache an dieser sinnlosen Tat. Sinnlos. V&amp;ouml;gel beobachten. Sinnlos. Filme machen. Sinnlos. Krieg. Sinnlos. Ob nun in Holland ein Spatz get&amp;ouml;tet wird, in China ein Reissack umf&amp;auml;llt oder in Afghanistan Menschen im Krieg stehen. Deutsche Soldaten in einem Krieg, der von der rot-gr&amp;uuml;nen Bundesregierung gebilligt, gefordert, unterschrieben wurde. 
Es ist kein Vietnam und doch w&amp;auml;re es nicht verwunderlich, wenn tagt&amp;auml;glich Menschenstr&amp;ouml;me gegen dieses Unrecht demonstrierten. Doch es geschieht nichts. Der Spatz wird seltener, in den letzten zwanzig Jahren hat er bereits einiges einb&amp;uuml;&amp;szlig;en m&amp;uuml;ssen und es ist kein Ende in Sicht. Es ist auch kein Krieg in Sicht, hier in Deutschland, in der Idylle weiter satter Felder, Windr&amp;auml;der und gr&amp;uuml;ner W&amp;auml;lder. Das macht es einfach, nicht auf der Stra&amp;szlig;e zu stehen, mit wehenden Protestbannern und lauten Parolen. Was macht man, gegen den Krieg? Das fragt sich der Filmemacher, der V&amp;ouml;gel beobachtend am Ende des Films ins Bild r&amp;uuml;ckt. Das ist ziemlich kompliziert, ist die Antwort. Man macht Filme. Man beobachtet V&amp;ouml;gel. Das ist alles immer noch besser als Krieg. Der Reissack, der umf&amp;auml;llt. Das ist besser als Krieg. Der M&amp;auml;rtyrerspatz, der f&amp;uuml;r den Domino Day sterben musste, das ist besser als Krieg. Alles machen, au&amp;szlig;er Krieg, das ist besser als Krieg. 
Philip Scheffner hat also einen Film gemacht. Einen Heimatfilm. Wer noch nie in Deutschland war, der will vermutlich nach dem Film einmal dorthin, in dieses Deutschland, vor allem nach Baden- Baden. W&amp;auml;ren da statt der Spatzen nicht ab und an ein Kampfjet, man w&amp;uuml;sste nicht um den Bundeswehrst&amp;uuml;tzpunkt mittendrin, in diesem Deutschland, das seit 60 Jahren nicht mehr im Krieg war. Spatzen k&amp;ouml;nnen eine Geschwindigkeit von 42 Kilometern pro Stunde erreichen. Die Geschwindigkeit des Films ist langsam, an mancher Stelle langatmig. Sobald der Film anf&amp;auml;ngt, Stellung zu beziehen, ist der Raum des neutralen Vogelbeobachters verlassen. Wir beobachten nicht mehr nur V&amp;ouml;gel, wir kommentieren sie. Wir kommentieren die &amp;Ouml;ffentlichkeitsarbeit der Bundeswehr, die sich entscheidet, in dem Film nicht mitzuwirken. Gezwungenerma&amp;szlig;en muss man anfangen, selbst Stellung zu beziehen, dabei sa&amp;szlig; man doch gerade noch bequem vor gro&amp;szlig;en blauen Himmelaufnahmen, die  an Yves Kleins blaues Bild erinnern und so kunstvoll sind, dass man keine Lust hat auf Politik. Das repetitive Runterbeten der Frage nach Krieg oder nicht Krieg wird l&amp;auml;stig, nicht nur weil es die Kunst zugunsten der Politik verdr&amp;auml;ngt, sondern weil sie so oft gestellt wird, dass schnell klar wird, dass nur eine Antwort wirklich zu Wort kommen wird. Die anf&amp;auml;nglichen Bestrebungen nach der distanzierten Haltung durch das Fernglas werden gebrochen, sodass Analogien gebrochen werden, die die Logik des Films aufheben. Die Politik in die Kunst zu holen ist stets eine Kunst f&amp;uuml;r sich und daher immer schon gewagt. Die Problematik liegt in der Argumentation, sowohl auf der einen wie auf der anderen Seite. 
Politische Entscheidungen sind argumentative Entscheidungen, was es erschwert, sie in die Kunst zu &amp;uuml;bersetzen. Die k&amp;uuml;nstlerische Entscheidung, Politik &amp;uuml;bersetzen zu wollen, bedarf au&amp;szlig;erdem einer eigenen Argumentation. Weder das eine, noch das andere wird von Film konsequent erf&amp;uuml;llt. Trotzdem ist es kein schlechter Film. Es ist ein Spatz in der Hand, weniger die Taube auf dem Dach. Das ist besser als Krieg. 
D 2010, 100&apos;, R: Philip Scheffner
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      <dc:publisher>typolis: Film und Kritik</dc:publisher>
      <dc:creator>raha emami khansari</dc:creator>
      <dc:subject>60. berlinale</dc:subject>
      <dc:rights>Copyright &#169; 2010 raha emami khansari</dc:rights>
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   <item rdf:about="http://filmkritik.typolis.net/stories/26185/">
      <title>Im Schatten</title> 
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      <description>Strukturiert und beobachtend bleibt er im Hintergrund. Er  muss wieder an Geld ran, nicht allein, die richtigen Leute m&amp;uuml;ssen es sein; zuverl&amp;auml;ssig, orientiert und skrupellos. Trojan hat es satt mit St&amp;uuml;mpern zu arbeiten. Im Dickicht der Gro&amp;szlig;stadt taucht er ab, rekrutiert und taucht an anderer Stelle wieder auf, agiert. Im Wechselspiel aus Verfolgung und verfolgt sein, geraten Handlungen in Serie, die letztendlich in Morden enden. 
Die Orte, die in guten Einstellungen aus Montage und Licht aufgehen, verdichten sich zu Sitzpl&amp;auml;tzen im Auto. Dem Auto als Mittler zwischen Handlung und Beobachtung. Es stellt eine feste Gr&amp;ouml;&amp;szlig;e in Trojans Aktionismus dar. Er kommuniziert darin und dar&amp;uuml;ber, ist Tarnung und Versteck. Es reiht sich als Hybrid in die Serie aus Verkehr und Handlung, von Trojan zu mehr als ein Flie&amp;szlig;bandfabrikat geschaffen. Trotz kriminalistischem Geschick verwundert der sich nicht wirklich zur Spannung aufbauende Bogen. Mag es an fehlendem Trickreichtum oder dem abprupten Ende des Filmes liegen. Man wird zu oft in seinen Erwartungen allein gelassen, hofft auf weitere Verstrickungen und einfallsreichere Probleml&amp;ouml;sungen im Plot, Fehlanzeige. Thomas Arslan h&amp;auml;lt die Leine kurz, ausreichend, um einen Kreis zu ziehen, unzureichend, um neue Formen zu beschreiben. Zur&amp;uuml;ck bleibt eine Hoffnung auf einen n&amp;auml;chsten Film mit mehr &amp;Uuml;berraschungen und gerissenen Winkelz&amp;uuml;gen.

D, 2010, 85 Min. , Thomas Arslan
- Forum -</description>
      <dc:publisher>typolis: Film und Kritik</dc:publisher>
      <dc:creator>trick</dc:creator>
      <dc:subject>berlinale 2010, forum, im schatten, thomas arslan</dc:subject>
      <dc:rights>Copyright &#169; 2010 trick</dc:rights>
      <dc:date>2010-03-02T14:37:23Z</dc:date>
   </item> 
   <item rdf:about="http://filmkritik.typolis.net/stories/26180/">
      <title>Repulsion - Ein Hasenopfer f&amp;uuml;r Lacan</title> 
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      <description>Ein &amp;uuml;berdimensionales Auge schaut in eine Kamera. &amp;Uuml;ber die Iris laufen Namen. Namen von M&amp;auml;nnern gr&amp;ouml;&amp;szlig;tenteils, die sogleich unter den Lidern verschwinden. Schon im Vorspann wird man Betrachter eines Vorspiels von Einschreibungen, wird man Zeuge der M&amp;auml;nnergewalt des Filmes, des Apparates, der sich um eine zierliche Catherine Deneuve aufbaut. Gerade liest man noch den Namen ihrer Maskenbildnerin, die ihr verst&amp;auml;rkend zur Seite gestellt wurde, als die Kamera abl&amp;auml;sst vom Objekt ihrer (seiner) Begierde und es als Makeup-Girl einer Beautyfarm entbl&amp;ouml;&amp;szlig;t. 
Polanski braucht nur zwei weitere Bilder, um den Riss in Ihr, Carol, Catherine, der Maskenbildnerin und der Frau im Allgemeinen zu offenbaren. Eine junge M&amp;auml;dchenhand die reglos eine alte ge&amp;auml;derte Damenhand h&amp;auml;lt, welche schlaff, beinah leblos ins Bild h&amp;auml;ngt und schlie&amp;szlig;lich ein Frauengesicht, mit einer Beautymasse gekittet, trocken und rissig wie eine Totenmaske.

Close. Im leeren Blick der Carol liest man nun Fassungslosigkeit, Verzweiflung und Ohnmacht, liest man Erkenntnis des Subjektes, das sich als zutiefst zugerichtet, ja als Objekt fremder, eben m&amp;auml;nnlicher Interessen erkennen muss, w&amp;auml;hrend es sich selbst im Prozess einer endlosen Reproduktion dieser Zurichtung erf&amp;auml;hrt. &amp;#8222;Someday I have to get this crack mended.&amp;#8220;
Revlon Fire and Ice. Make up und Masken. Mann und Frau. Lust und Angst. Entr&amp;uuml;ckt ins Leere, schwebt sie zwischen diesen Polen und oszilliert als Unbekannte im definierten Raum. So naiv wie blond, so unschuldig wie sie wei&amp;szlig; ist. Sie ist eine fl&amp;uuml;chtige H&amp;uuml;lle, eine Lichtgestalt, ein Fliegengewicht, nur ein schemenhafter Umriss und nur erkennbar durch das was sie umgibt. Ein Relief, eine plastische Darstellung aus einem Hintergrund heraus. Das Wei&amp;szlig;e im Schwarzen. Reinheit, weil alles abperlt wie Tinte auf Glas.

Closed. Wenn sie sich den Blicken entzieht, sich den Riten der &amp;Uuml;berzeichnung verweigert, ist die Leere alles was ihr bleibt. Nichts darf mehr eindringen. Weder Luft noch Licht  darf den Raum, den sie bezieht &amp;#8211; belebt &amp;#8211; durchfluten. Die fl&amp;uuml;chtigen Zeichen, die eine gl&amp;auml;serne H&amp;uuml;lle wie sie setzen kann, weichen dem kleinsten vorgedachten Hauch, weichem dem m&amp;auml;nnlichen Blick auf die Dinge. Hinter verschlossenen T&amp;uuml;ren sitzt sie in dunklen Ecken, empfindlich wie Fotomaterial. Carol das gl&amp;auml;serne Medium verteidigt die Leere.  Die Unbekannte definiert den Raum um sich neu, verkehrt Zeichen. &amp;#8222;Poor Bunny&amp;#8220; verwest, gek&amp;ouml;pft von einem Rasiermesser, im Wohnzimmer. Die Fl&amp;uuml;chtigkeit, der Versuch dessen was &amp;uuml;brig bleibt, wenn man das Nichtmannsein abzieht vom Wesen der Frau, ist fragil. Die Konsequenz ist der &amp;Uuml;berlebenstrieb des aufkeimenden Seins, ist die Totalit&amp;auml;t in der Verweigerung des Bekannten, der absolute Ausschluss der Umwelt. Verstummen. Verhungern. Verenden. Verwesen. 

Cloister. Jenes fragile Interieur, mit dem die Frau ihren Wesensraum auszustatten vermag, wenn sie sich dem Zugriff des Mannes, dem Zur&amp;uuml;ckweisen ins H&amp;auml;usliche entzieht, bedarf einem entsprechenden Bild. Wenn der Wall des Ekels &amp;uuml;berrannt, die Festung aus Dunkelheit, N&amp;auml;sse, Moder und Aas gest&amp;uuml;rmt werden kann, wenn die unschuldige Jungfrau noch immer ihres Drachens beraubt werden kann, muss sie sich g&amp;auml;nzlich in einen anderen Schutz begeben. Hinein in einen Raum der nicht mehr leer ist, in den Raum, der Leere war, bevor sie zu dem wurde, in dem die Frau Schutz finden kann. Kein m&amp;auml;nnlicher Gedanke kann denken, was sich hinter diesen Mauern verbirgt, keine Kamera kann einfangen, ablichten, benennen und heraustrennen was sich dort abspielt. Pain Relief, von Qualen erl&amp;ouml;st. 
Unter den Kunstgriffen eines Mannes, eines Regisseurs ist die Nichtexistenz der Frau eben auch die Nichtexistenz der Frau im Film. Die Wahl ihrer Zeichen f&amp;auml;llt immer auf seine Zeichen. Sie spricht ihn und sie handelt ihn. La femme n&apos;existe pas. Die Frau ist und bleibt Lichtgestalt, immer mehr Bildtr&amp;auml;ger, als Bild selbst. Sie ist eben Negativ, Nichtmann, Transparenz, Wei&amp;szlig;, erkennbar im Bild nur da, wo Material nicht ist. Ein leerer Blick, der ins Leere schaut.</description>
      <dc:publisher>typolis: Film und Kritik</dc:publisher>
      <dc:creator>christian bomm</dc:creator>
      <dc:subject>berlinale 2010, 60. berlinale, polanski, repulsion</dc:subject>
      <dc:rights>Copyright &#169; 2010 christian bomm</dc:rights>
      <dc:date>2010-03-01T12:10:02Z</dc:date>
   </item> 
   <item rdf:about="http://filmkritik.typolis.net/stories/26129/">
      <title>Due vite per caso</title> 
      <link>http://filmkritik.typolis.net/stories/26129/</link>
      <description>Eine Fliege summt. Eine Glasscheibe, darauf Regentropfen. Es ist hell hinter der Scheibe, grell sogar, es blendet. Die Fliege sieht die Scheibe nicht, prallt wahllos immer wieder gegen sie. Sie will raus, doch sie wei&amp;szlig; nicht wie. Der Regen kommt aus der Nacht, es hat gest&amp;uuml;rmt und Matteo und Ivan rasen durch die Stra&amp;szlig;en. Sie lachen, schreien, wollen schnell ins Krankenhaus, weil Ivan sich beim Flasche &amp;ouml;ffnen in den Finger geschnitten hat. In einiger Entfernung steht ein Auto, Matteo will bremsen, bremst, doch das Auto bremst nicht. Es ist nass und rutschig und der Wagen kracht in den anderen hinein. Ein Unfall. Ein Zufall. M&amp;ouml;glicherweise. Vielleicht. Ein Leben, vielleicht auch zwei. Due vite per caso.                                             
In dem einen Leben steigen die Typen aus dem vorderen Wagen aus.
In dem anderen Leben bleiben sie sitzen.
Matteo, der Fahrer, ist w&amp;uuml;tend. Seine Aggressionen finden kein Ventil und so m&amp;auml;andert er durch die Umst&amp;auml;nde seines Lebens, des Wartens satt w&amp;auml;hrend er weiter wartet. Matteo ist durchschnittlich, etwas verloren und die Suche nach Halt wird zum Finden der Radikalit&amp;auml;t. Doch gleich in welche Richtung sein K&amp;ouml;rper driftet, in die Drillst&amp;auml;tte der Carabinieriausbildung oder in den gr&amp;uuml;nen Hosentr&amp;auml;gernazug des Blumenz&amp;uuml;chters, am Ende m&amp;uuml;ndet es in den Samstag im Juli in Genua. Am Tag des G8-Gipfels. Prallt das Auto auf das andere: Dann ist er Demonstrant. Kommt das Auto kurz vorm Aufprall zum Stillstand: Dann ist er der Carabinieri, der den Demonstranten erschie&amp;szlig;t und sich damit also selbst t&amp;ouml;tet. Ein Suizid ad absurdum gef&amp;uuml;hrt und gleichzeitig das Ende des Films, das kein Ende ist. Duo vite per caso strotzt mit Filmzitaten, immer und immer wieder sehen wir eine von Truffauts Figuren Richtung Meer laufen, Zuflucht suchend, weil ausgesto&amp;szlig;en. Wim Wenders&apos; Lissabon wird zum einzigen Kontakt nach au&amp;szlig;en, w&amp;auml;hrend Matteo seine Ausbildung zum anst&amp;auml;ndigen Polizisten genie&amp;szlig;t. Trotz all dieser Querverweise auf gro&amp;szlig;e Filme und Filmgestalten, worum es hier nicht geht, ist ein feurrothaariges M&amp;auml;dchen, das rennt. Matteo rennt nicht, er schleicht, kriecht, verunsichert, unentschlossen, unmotiviert. Das ist nicht Lola. Das ist keine Geschichte, die vom Zufall erz&amp;auml;hlt. Das ist eine Geschichte, die von der Notwendigkeit erz&amp;auml;hlt,  von der Notwendigkeit, nach der Entscheidung die Reflexion folgen zu lassen. Eine Antilola wenn man so will. 
Struggling along. Matteos Vater hasst Menschen, die der Mittelm&amp;auml;&amp;szlig;igkeit fr&amp;ouml;nen. Und ganz beil&amp;auml;ufig unschuldig und ehrlich teilt er seinem Sohn mit, dass eben dieser zu solchen Menschen geh&amp;ouml;rt. Menschen ohne konkrete Ziele, ohne konkrete Leidenschaft. Eine Fliege, die gegen die Scheibe prallt, weil sie kein Innen und kein Au&amp;szlig;en unterscheiden kann. Die Angst vor der Mittelm&amp;auml;&amp;szlig;igkeit wird zur Angst vor dem Warten, und so wird doch irgendwohin losgelaufen, nur das Ziel bleibt beliebig und austauschbar, bleibt eine Fliege, die auch eine andere sein k&amp;ouml;nnte.
Und wenn der Samstag den Protagonisten sich selbst begegnen l&amp;auml;sst, so wirft der Film uns auf uns selbst zur&amp;uuml;ck. One life, definitely maybe not two.

I, 2010, 88min, R: Alessandro Aronadio, B: Alessandro Aronadio, Marco Bosonetto, K: Mario Amura, S: Claudio Di Mauro, D: Lorenzo Balducci, Ivan Franek, Isabella Ragonese 
-Panorama-</description>
      <dc:publisher>typolis: Film und Kritik</dc:publisher>
      <dc:creator>raha emami khansari</dc:creator>
      <dc:subject>60. berlinale, berlinale 2010</dc:subject>
      <dc:rights>Copyright &#169; 2010 raha emami khansari</dc:rights>
      <dc:date>2010-02-26T19:23:32Z</dc:date>
   </item> 
   <item rdf:about="http://filmkritik.typolis.net/stories/26042/">
      <title>Drona &amp;amp; Ik</title> 
      <link>http://filmkritik.typolis.net/stories/26042/</link>
      <description>Am liebsten w&amp;uuml;rde er immer alle k&amp;uuml;ssen. Das findet sein Bruder voll doof. Drona lebt in seiner eigenen Welt, teils hoch konzentriert, teils hilflos wie ein Kleinkind. Er kennt alle Buslinen seiner Stadt und will selbst mal einen Bus fahren. Die uns pr&amp;auml;sentierte Welt ist verzaubert, au&amp;szlig;erhalb unserer Wahrnehmung und doch sch&amp;ouml;n. So sch&amp;ouml;n, dass auch das st&amp;auml;ndig nervige Fragen verblasst. Was hat er nur st&amp;auml;ndig in seinem Kopf? K&amp;ouml;nnte man in ihn hineinsehen, man w&amp;uuml;rde die Welt nicht verstehen. Er kann es, auf seine Weise. Wir gehen und fahren unsere Linien. Seine Linien haben mehr Kurven und er hat mehr Kreuzungen, die wir nicht sehen. Alle Ampeln stehen bei ihm auf Gr&amp;uuml;n, die in neue interessante Richtungen zeigen. Drona wird diese Richtungen auch noch erforschen, morgen. 

NL, 2009, 19 Min. , Catherine von Campen
- Generation Kplus -</description>
      <dc:publisher>typolis: Film und Kritik</dc:publisher>
      <dc:creator>trick</dc:creator>
      <dc:subject>berlinale 2010, generation kplus, drona &amp; ik, catherine von campen</dc:subject>
      <dc:rights>Copyright &#169; 2010 trick</dc:rights>
      <dc:date>2010-02-19T14:33:03Z</dc:date>
   </item> 
   <item rdf:about="http://filmkritik.typolis.net/stories/26127/">
      <title>&amp;Agrave; bout de souffle - Au&amp;szlig;er Atem</title> 
      <link>http://filmkritik.typolis.net/stories/26127/</link>
      <description>Er gilt als einer der Wegweiser der Nouvelle Vague, Godard und &amp;#8222;A bout de souffle&amp;#8220;. Godard sagte einmal: &amp;#8222;Die Nouvelle Vague war ein Bezug zum Imagin&amp;auml;ren, um den Begriff im g&amp;auml;ngigen Sinne zu verwenden.&amp;#8220; Wie imagin&amp;auml;r oder welches Imagin&amp;auml;re?
Wir verfolgen Belmondo beim Diebstahl eines Wagens. Es wirkt entspannt, routiniert. Er spricht von der sch&amp;ouml;nen Landschaft, den Frauen, seinen Erinnerungen. Spricht er nur zu sich, man glaubt es. Bis er direkt in die Kamera sieht und uns adressiert. Uns als Publikum, das in den Dialog treten, nachdenken soll. Die Welt, die wir uns vorstellen, in der Belmondo lebt, ist die Welt, die sich uns als imagin&amp;auml;r pr&amp;auml;sentiert. Er rei&amp;szlig;t uns raus.
Godard legt im Schnitt einen Gang zu. Wir werden in Szenen gesto&amp;szlig;en, die scheinbar willk&amp;uuml;rlich wirken. Abprubt beginnend, abprupt endend steht Belmondo vor einem Spiegel, am Tresen eines Hotels, am Zeitungskiosk. Durch diese Montagen gewinnt der Film an Charakter, der sich im Anschluss mehr und mehr entwickelt. Mit Bildern, die weniger perfekt, daf&amp;uuml;r lebendiger, mehr nach Fernsehen und Reportage aussehen. So wie Belmondo spielt, wirkt es frei und ungezwungen. Das ist es, was er spielen will, was seiner Imagination entspricht. In einem Moment Zigarette an, dann wieder aus, sich unter einer Decke versteckend, um dann wieder zu telefonieren. Jean Seberg und Belmondo ergeben in Einstellungen Bilder, die einem Titelbild einer Zeitung entsprungen scheinen. In Posen von Stolz, Verachtung und Hingabe werden Szenen zu k&amp;uuml;nstlerischen Werken. So wirkt eine Einstellung im Caf&amp;eacute; in gestanzten Bildern nach, wird zu einem Nachbild im &amp;Uuml;bergang zur n&amp;auml;chsten Szene. Es ist dieses ineinander &amp;Uuml;bergehende, was hier so fasziniert, abprupt/willk&amp;uuml;rlich und doch ein Gesamtbild ergebend. Die Grimassen, die Belmondo schneidet, bleiben so unverst&amp;auml;ndlich und geh&amp;ouml;ren doch dazu, zum Nachwirken der Bilder, dem Posieren. So frei wie Nouvelle Vague sein wollte, schwer in ein Korsett aus Definitionen zwingend, wie auch frei von Gesellschaftskritik im Film. Es sind Filme mehr der Moral und weniger des Stils. Die Freiheit mit der Waffe verteidigend und dem Leben zugewandt. So wie Belmondo, sich seiner Schuld bewusst, sich im Sterben seine Augen selbst schlie&amp;szlig;t. 

F, 1960, 90 Min., Jean-Luc Godard
- Retrospektive &amp;#8211;</description>
      <dc:publisher>typolis: Film und Kritik</dc:publisher>
      <dc:creator>trick</dc:creator>
      <dc:subject>berlinale 2010, retrospektive, a bout de souffle, jean-luc godard</dc:subject>
      <dc:rights>Copyright &#169; 2010 trick</dc:rights>
      <dc:date>2010-02-25T15:18:25Z</dc:date>
   </item> 
   <item rdf:about="http://filmkritik.typolis.net/stories/26040/">
      <title>I-Do-Air</title> 
      <link>http://filmkritik.typolis.net/stories/26040/</link>
      <description>Platsch! Am liebsten w&amp;uuml;rde das kleine M&amp;auml;dchen im Wasser schwimmen, der Turm ist im Weg. &amp;Uuml;ber ihn muss sie gehen oder springen. Dazu geh&amp;ouml;rt Mut, den sie nicht aufzubringen vermag. Mit Jungen im Hintergrund, die sie verspotten, wird es nicht leichter. Was ihr hilft ist abzutauchen, in Gedanken. So zu sein wie sie will, tauchend, sich im Wasser drehend, Blasen formend; so synchron, wie Wasserbalett, so elegant wie Turmspringer, so ausdauernd wie Delfinschwimmer. Sie braucht Ruhe, die sie in der fast leeren Halle findet, um sich selbst zu finden. Sie gleitet durch das Wasser, scheinbar im luftleeren Raum, scheinbar ohne Luft zu holen. Sie schwimmt mit Hingabe und Leichtigkeit, kreisend und froh. Blubb.

GB, 2009, 7 Min. , Martina Amati
- Generation Kplus -</description>
      <dc:publisher>typolis: Film und Kritik</dc:publisher>
      <dc:creator>trick</dc:creator>
      <dc:subject>berlinale 2010, generation kplus, i-do-air, martina amati</dc:subject>
      <dc:rights>Copyright &#169; 2010 trick</dc:rights>
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